Unser Trainingsraum

Trainingsraum für eigenverantwortliches Denken

Auftrag von Schule ist Lehren, Beurteilen und Erziehen. Deswegen muss Erziehung unbedingt auch Bestandteil unseres Schulprogramms sein, zumal die Umsetzung dieses Auftrages immer mehr von der Gesellschaft in die Schule übertragen wird.

Es gibt nur wenige Modelle, die das soziale Verhalten in der Schule betreffen. Eines davon ist das „Programm zum eigenverantwortlichen Denken“, das an der Gottfried-Kinkel-Realschule seit dem Schuljahr 2002/2003 umgesetzt wird und eine Verbesserung und Erleichterung der Erziehungsarbeit bedeutet.

Im Zentrum dieses Konzeptes stehen drei Regeln:

1. Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.

2. Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.

3. Jeder muss das Recht des anderen respektieren.

Langfristig soll eine konzentrierte und entspannte Arbeitsatmosphäre erreicht werden.

Die Anwendung dieser drei Grundregeln erfordert konkrete weitere Regeln für das Zusammenleben in unserer Schule. Diese werden in den einzelnen Klassen erarbeitet und schuleinheitlich verbindlich. Gleichzeitig wird gemeinsam vereinbart, welche Konsequenzen bei Überschreitung dieser Regeln zu erwarten sind – nämlich der Besuch des Trainingsraums.

Dieses Verfahren ist im Trainingsraummodell festgelegt:

Durch ein vorgegebenes „Frageritual“ wird die Schülerin/der Schüler vor die Wahl gestellt, entweder sein Verhalten sofort zu ändern oder im Trainingsraum über sein Verhalten und die daraus entstandenen Konsequenzen nachzudenken.

Im Trainingsraum schreibt der Schüler – gegebenenfalls mit Unterstützung des anwesenden Trainingsraumslehrers – seinen individuellen Plan, der die Voraussetzung für eine Rückkehr in den jeweiligen Fachunterricht beinhaltet. Darin enthalten ist eine Analyse des Fehlverhaltens und die sich daraus ergebene Verhaltensänderung. Wie sie/er den versäumten Unterrichtsstoff nachholt und von wem sie/er erfährt, welche Hausaufgaben zu erledigen sind, werden ebenfalls auf dem Rückkehrplan vermerkt. Die/der jeweilige Fachlehrer und Fachlehrerin gibt der betreffenden Schülerin oder dem betreffenden Schüler Rückmeldung darüber, ob er den Plan akzeptiert.

Alle Rückkehrpläne werden im Trainingsraum in den dafür vorgesehenen Klassenordnern archiviert.

Der Aufenthalt im Trainingsraum ist keine Strafmaßnahme, sondern eine Chance, über das eigene Verhalten nachzudenken. Deshalb erfolgen Sanktionen auch erst nach mehrfachen Aufenthalten.

In diesem Fall treffen sich die Schülerin oder der Schüler, die Eltern und die betroffenen Lehrer und Lehrerinnen zur so genannten Trainingsraumkonferenz, bei der geklärt werden soll, warum die bisherigen Rückkehrpläne nicht zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung geführt haben. Erst wenn auch nach der Trainingsraumkonferenz der Schüler keine Bereitschaft zeigt, störungsfrei am Unterricht teilzunehmen, kommt es zu den sonst üblichen Maßnahmen.

Bei den regelmäßigen Treffen des Trainingsraumteams wurde festgestellt, dass erste Erfolge des Konzeptes deutlich spürbar sind. Dennoch ist es notwendig, mit allen Beteiligten im Gespräch zu bleiben und eventuelle Nachbesserungen voranzutreiben.

Verhaltenstraining

Manchen Schülerinnen und Schülern fällt es sehr schwer sich auf den Unterricht zu konzentrieren: Trotz mehrfacher Aufenthalte im Trainingsraum kommt es nicht zur erwünschten Verhaltensänderung. Die Betroffenen selbst haben häufig keine oder nur bedingt eine Erklärung für das immer wieder auftretende Fehlverhalten in der Schule.
Beim Verhaltenstraining geht es in erster Linie darum präventiv zu Arbeiten. Das bedeutet, dass den betroffenen Schülerinnen und Schülern, in Absprache mit den Eltern, ein Verhaltenstraining angeboten wird, bevor es z. B. zu einer Trainingsraumkonferenz kommt oder gar weitere ernsthaftere Konsequenzen folgen. Die Voraussetzungen für ein Angebot am Verhaltenstraining sind grundsätzlich die Empfehlungen des Klassenlehrers und des Verhaltenstrainers. Weitere Voraussetzungen für ein verbindliches Angebot am Verhaltenstraining ergeben sich grundsätzlich aus den Beschlüssen der Trainingsraumkonferenz oder Teilkonferenz. Hier wird das Fehlverhalten der Schülerin/des Schülers erneut aufgegriffen. Im Verlauf der Konferenz muss der Schüler/die Schülerin die Bereitschaft signalisieren, am eigenen Verhalten arbeiten zu wollen. In Absprache mit dem Verhaltenstrainer wird schließlich ein Verhaltenstraining vereinbart, das jeden Dienstag nach der 4. Stunde stattfindet.

Einige Programmpunkte des Verhaltenstrainings:

– Aufbau eines Regelbewusstseins (Reflexion über die schulinterne Regeln/Hausordnung der GKR)
– Aufbau und Stärkung von Arbeits- und Sozialverhalten (Übungen/Simulationen: Vorträge unter erschwerten Bedingungen; Aggressionsreduktion durch eine gezielte Bewegungserziehung)
– Aufbau und Stärkung eines ‚gesunden‘ Selbstbewusstseins (Übungen/Simulationen: Verhaltensstrategien in kritischen Situationen)
– Wahrnehmungstraining (Argumentations- und Diskussionstraining unter Beachtung eines Themenschwerpunkts; Bildinterpretationen zum Lebensabschnitt „Jugendalter“; Überprüfung und Reflexion der eigenen Wahrnehmung – Schriftliche Selbst- und Fremdeinschätzung)

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