Faust Reloaded

„Ich sollte lieber nicht kiffen. Wenn das meine Schüler erfahren.“

Wem ist er nicht ein Begriff: Goethes Faust. Generationen von Schülerinnen und Schülern kennen ihn: den leicht angestaubten Gelehrten aus dem 18. Jahrhundert, der einen Pakt mit dem Teufel einging und dabei mehr als nur einen Mitmenschen mit sich ins Unglück stürzte. Ein alter Hut.

Oder vielleicht doch nicht?

  • Was wäre, wenn Faust nicht im 18 Jahrhundert gelebt hätte?
  • Was wäre, wenn er nicht ein hochtrabender Gelehrter, sondern einfach nur ein etwas verkopfter und frustrierter Lehrer wäre?
  • Und was wäre, wenn er nicht irgendwo bei Leipzig, sondern im Rheinland zu Hause wäre, in irgendeinem kleinen, aber gemütlichen Örtchen?
  • Was, wenn er sich nicht an Ostern, sondern ausgerechnet an Karneval vor die Tür trauen würde?

Fragen über Fragen, die uns an der Gottfried-Kinkel-Realschule einfach nicht losließen. Und so stürzten wir uns ebenso wagemutig wie respektlos auf dieses große Stück deutscher Literatur und ließen unserer Phantasie freien Lauf.

Ein dramaturgisches Experiment, mal laut, mal leise, mal ernst, mal romantisch, mal nachdenklich, mal bekloppt. Und immer wieder kommt der gute alte Goethe dann doch wieder durch. So leicht lassen sich der größte deutsche Dichter und sein berühmtestes Werk dann doch nicht trennen.

Gemeinsam stellte die Theater-AG mit der Tanz-AG und der Schulband sowie vielen helfenden Händen ein abendfüllendes Stück auf die Beine, welches nun seine Welturaufführung in der Aula der Schule feiern wird.

„Wird ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen…“

Alaaf.